Impulse und Gebete

Gebet eines Wallfahrers
Alles, Herr bist du !
Stern, auf den ich schaue,
Fels, auf dem ich steh,
Hirte, dem ich traue,
Stab, an dem ich geh,
Brot, von dem ich lebe,
Quell, an dem ich ruh,
Ziel, das ich erstrebe,
alles, Herr, bist du!

Die schönsten Morgen- und Abend-Impulse, Beiträge, Gedichte oder Lieder, die wir auf den Pilgerwegen von unseren Mitpilgerinnen oder Mitpilgern im Laufe der Woche zum Morgen, zur Rast oder am Abend hörten, auf dieser Seite für alle noch einmal zur Erinnerung.

Die 10 Ge(h)bote für Pilger

  1. Geh – Es gibt fürs Pilgern kein besseres Fortbewegungsmittel als das Gehen. Nur Gehen! Darum geht es.
  2. Geh langsam – Setz Dich nicht unter unnötigen sportlichen Leistungsdruck. Du kommst doch immer nur bei Dir selbst an.
  3. Geh leicht – Reduziere Dein Gepäck auf das Nötigste. Es ist ein gutes Gefühl mit wenig auszukommen.
  4. Geh einfach – Einfachheit begünstigt spirituelle Erfahrungen, ja sie ist sogar Voraussetzung dafür.
  5. Geh alleine – Du kannst besser in Dich gehen und offener auf andere(s) zugehen.
  6. Geh lange – Auf die Schnelle wirst Du nichts begreifen. Erst wenn Du tage-, wochenlang unterwegs bist, wirst Du dem Geheimnis des Weges auf die Spur kommen.
  7. Geh achtsam – Wenn Du bewusst gehst, lernst Du den Weg so anzunehmen wie er ist. Dies zu begreifen ist ein wichtiger Lernprozess und braucht seine Zeit (siehe Punkt 6.)
  8. Geh dankbar – Alles – auch das Mühsame – hat seinen tieferen Sinn. Vielleicht erkennst Du diesen erst später.
  9. Geh weiter – Wenn Krisen Dich an Deinem wunden Punkt treffen, geh weiter. Vertraue darauf: Es geht, wenn man geht.
  10. Geh mit Gott – Es pilgert sich leichter, wenn Du im Namen Gottes gehst. Wenn Gott weit weg für Dich oder inexistent ist, helfen Dir die Ge(h)bote 1 – 9 das Göttliche in Dir (wieder) zu entdecken.




Die Natur, die Landschaft und die Gemeinschaft lassen die Pilgerinnen und Pilger auf dem Weg die Gedanken schweifen und für viele auch eine sehr schöpferische Zeit sein. Davon zeugen die zwei nachfolgenden Gedichte unserer Mitpilgerin Ineke Werner aus der St.Matthias-Bruderschaft Köln-Bayenthal, die sie hier zur Verfügung gestellt hat:

Gebet einer Pilgerin

Ich hab’ meinen Alltag zu verkaufen
und beschlossen, nach Trier zu laufen.
Ich suche Stille, wo werde ich heute sein?
Wo ist mein Horizont – bin ich allein?
So weit zu laufen – ob sich das lohnt?
Herr, ich bin das nicht gewohnt.

Ich wandere jetzt – und es macht mir auch Spaß,
es regnet jedoch, meine Sachen sind nass.
Ich suche Dich, Herr, hör’ und sehe Dich nicht.
Der Regen fällt schwer und behindert die Sicht.
Meine guten Gedanken gehen gerade zunichte,
auf dem Weg liegt ‚ne umgestürzte Fichte.
Das ist nicht geplant – und ich will jetzt mal fragen:
„Herr, bin ich gekommen DEIN Kreuz zu tragen“?

Ich hab’ meinen Alltag zu verleihen
und will meinen Kopf von Ballast befreien.
Wir versammeln uns am Tagesbeginn . . .

Rosenkranz einer Pilgerin

Bei Sonne, Wind und auch bei Regen,
wir gehen auf „bebetbaren“ Wegen.
Wenn wir den Rosenkranz beginnen,
dann bete ich mit all‘ meinen Sinnen.

Gestehen muss ich uneingeschränkt,
ich war auch schon mal abgelenkt. Die ganze Natur will mich begrüßen,
Dann bete ich still den Weg mit den Füßen . . .